09.10.2009

Online-Bewerbungen haben eigene Regeln

von Sönke Clausen

Der Online-Stellenmarkt entwickelt sich mehr und mehr zu einem wirtschaftlichen und schnellen Instrument in der Personalarbeit. Die Online-Jobbörsen werden von Unternehmen und Personalberatern gleichermaßen frequentiert. So gibt es bereits Suchmaschinen, welche die Jobbörsen regelmäßig auf bestimmte Positionen hin  abfragen. Ebenso ist zu beachten, dass sich Schwerpunkte in Branchen und Ebenen bilden.

Wenn Sie sich per E-Mail bewerben, sollten Sie sich zunächst bewusst machen, dass bei dieser Form der Bewerbung die gleichen Standards gelten wie bei einer Briefbewerbung. Auf korrekte Rechtschreibung und Zeichensetzung, eine erkennbare Struktur sowie formale Standards ist also auch bei einer Bewerbung per Internet viel Wert zu legen.

Jedoch gibt es bei einer E-Mail-Bewerbung einige Besonderheiten, die es zu beachten gilt: Klären Sie als erstes, ob eine Bewerbung per E-Mail überhaupt erwünscht ist. Wenn in der Ausschreibung eine Mailadresse angegeben ist, können Sie davon ausgehen, dass deine über das Internet verschickte Bewerbung willkommen ist. Viel Anzeigen vermerken bereits: „Online-Bewerbungen sind erwünscht“. Diese Einladung dürfen Sie nicht abschlagen. Die Arbeitgeber haben sich bereits mit der IT-Infrastruktur auf solche Bewerbungen eingestellt nutzen die Vorteile des Internet aktiv.

Richten Sie die Bewerbung nur an die zuständige Person und vermeiden Sie es an Adressen wie info@name-des-unternehmens.de zu schreiben, dort findet Ihre Bewerbung zwischen all den eingehenden E-Mails keine große Beachtung. Nutzen Sie als Absender eine seriöse E-Mailadresse – vermeiden witzige, originelle oder anzügliche Bezeichnungen wie etwa datenspion@t-online.de. Am besten eignen sich Adresse wie vorname.name@maildomain.de.  Mit einer seriösen E-Mailadresse erleichtern Sie Ihrem Ansprechpartner auch die Suche nach Ihren E-Mails in seiner Inbox.

Auch bei der E-Mail-Bewerbung ist es wichtig, dass aus der Betreffzeile Ihr Anliegen hervorgeht, damit Sie auf Ihre Bewerbung aufmerksam machen können und sie nicht als Spam ungelesen gelöscht wird. Ist eine Job-ID oder Kennziffer in der Ausschreibung angegeben, so ist diese unbedingt in der Betreffzeile zu nennen. Im Anschreiben sollten Sie den Betreff nicht wiederholen.

In der Textgestaltung gibt es zwei Möglichkeiten: entweder Sie machen hier nur kurz auf sich aufmerksam und verweisen auf die Anlagen oder Sie formulieren die E-Mail (ohne HTML-Elemente) schon als Anschreiben. Letzteres ist in jedem Fall sinnvoll, wenn es sich um eine Initiativbewerbung handelt. Sie können das Interesse des Lesers direkter auf deine Bewerbung lenken, als wenn zunächst noch ein Anhang geöffnet werden muss. Ein Nachteil dieser Variante ist allerdings, dass die Formatierung durch E-Mail-Anbieter verändert werden kann. Viele der E-Mail-Anbieter setzen ihre eigenen Werbeanzeigen unter Ihr Anschreiben.

Wie auch immer Sie sich entscheiden, wichtig ist, dass der Text qualitativ den Ansprüchen einer herkömmlichen Bewerbung entspricht. Formulieren Sie das Anschreiben kurz und prägnant.

 

Sollten Sie in Ihrer privaten Korrespondenz gemusterte E-Mail Vorlagen nutzen, so empfiehlt es sich bei einer Online-Bewerbung die neutralste Form zu wählen. Am besten Weiß. An das Ende der E-Mail stellen Sie Ihre Signatur, also Adressdaten Postanschrift, Telefonnummer, E-Mail-Adresse und ggf. Homepage. Es ist eine häufig zu beobachtende Unsitte, dass private E-Mails ohne Signatur versendet werden. Sie haben ein Anliegen und Sie erwarten eine Reaktion. Geben Sie dem Betrachter Ihrer E-Mail-Bewerbung alle Möglichkeiten umgehend mit Ihnen den Kontakt aufzunehmen. Das ist es was Sie wollen!

Verschicken Sie den Anhang zu Ihrer Online-Bewerbung als PDF-File, weil im Unterschied zu einem Word-Dokument sich keine Viren und Trojaner anhängen können. Zeugnisse und Arbeitsproben können Sie einscannen oder anbieten, sie per Post zu schicken. Die von Ihnen versendeten PDF-Files sollten nicht über 2MB Datenvolumen enthalten. Am besten ist aber, alle Teile in einem Paket zusammenzufassen, Win-RAR, WIN-Zipp oder ähnliche. Sie haben hier den Vorteil einer höheren Packungsdichte und die größere Sicherheit gegenüber Viren bei PDF-Dokumenten.